Katharina Borgerding zu KI und Gender Digital Divide
Katharina Borgerding begleitet diese Veränderungen bei der Techniker Krankenkasse (TK) aus nächster Nähe. Als KI-Transition Managerin arbeitet sie daran, KI so in den Arbeitsalltag zu integrieren, dass sie echten Mehrwert schafft – und möglichst viele Kolleg:innen davon profitieren. Im Interview spricht sie darüber, wie sie selbst zur KI gekommen ist, warum Frauen beim Thema KI eine so wichtige Rolle spielen und wie wir bei der TK versuchen, Hürden abzubauen und Neugier zu wecken – besonders bei Mitarbeiterinnen.
Was hat dich an KI so fasziniert, dass du heute deinen Job rund um dieses Thema gestaltest?
Ich bin ein sehr neugieriger Mensch und war daher fasziniert von der für mich absolut neuen Technologie. Ich wollte sie verstehen und habe mich daher intensiv mit dem Thema auseinandergesetzt. Es ist total spannend, wie KI das ganze (Arbeits-) Leben, wie wir es bislang gekannt haben, verändern kann. Hinzukommt, dass es kein rein technisches Thema ist, sondern auch ein riesiges Change-Thema ist. Dieses breite Spektrum reizt mich total. Ich war damals eigentlich Contentstrategin im Marketing bei der TK, das für die Artikel auf tk.de, die Kundenmagazine und die Social-Media-Kanäle verantwortlich ist und bin dann irgendwie in das Thema reingerutscht.
Gab es einen Moment, in dem du gemerkt hast: „Ich will, dass mehr Frauen beim Thema KI mit am Tisch sitzen“?
Es gab keinen konkreten Moment. Bei KI ist es – leider – wie bei anderen Themen auch: Viele Männer trauen sich mit Halbwissen als Experten aufzutreten, Frauen sind bei gleichem Wissensstand viel defensiver. Bei so einem wichtigen Thema drängen sich dann viele selbstbewusste Männer an den Tisch, die nicht viel mehr wissen als Frauen. Aber mutiger sind, sich zu exponieren. Das finde ich schade. Man muss keine IT-Entwicklerin sein, um sich mit KI zu beschäftigen. Neugier und Wissensdurst reichen. Ich bin auch „nur“ Sportwissenschaftlerin und hatte in der Pre-ChatGPT-Era nicht viel mit IT zu tun.
Wenn du „Gender Digital Divide“ hörst – was löst das bei dir persönlich aus?
Es macht mich einerseits traurig, dass Frauen in so vielen Themen – sei es Gehalt, Gesundheitsforschung oder Digitalwissen – sich hinter Männern anstellen müssen. Andererseits motiviert es mich persönlich, diesen Unterschied nicht hilflos als gegeben hinzunehmen, sondern etwas dagegen zu tun. Natürlich kann ich als Einzelne nicht viel an strukturellen und gesellschaftlichen Nachteilen verändern, aber ich versuche nach dem Motto „be the change you want to see“ zu leben. Das heißt mutig sein, sich zeigen – wie zum Beispiel mit diesem Interview hier – und andere Frauen zu unterstützen.
Wo siehst du im Kontext KI die größte Gefahr, wenn wir diese digitale Kluft zwischen Frauen und Männern nicht ernst nehmen?
Ich glaube, dass KI ein zentrales Thema der Zukunft bleiben wird. Und wenn wir es nicht schaffen, die digitale Kluft zu schließen, werden Frauen abgehängt werden. Das betrifft nicht nur Jobs rund um KI, sondern auch KI selbst. Wenn keiner hinterfragt, ob Trainingsdaten oder Algorithmen alle Menschen einschließen, dann werden KIs hauptsächlich Antworten für Männer geben. Gesundheitsfragen sind ein gutes Beispiel: Möchte eine Frau etwas über eine Krankheit wissen, werden die Trainingsdaten vor allem aus männerdominierten Studien bestehen.
Es heißt oft: „KI wird bleiben. Die Frage ist nicht ‚Ob‘, sondern ‚Mit wem‘.“ Wie würdest du diese Frage für dich beantworten – mit wem sollte KI gestaltet werden?
Umso mehr Perspektiven, umso besser. Und das nicht nur auf Geschlechter bezogen, sondern auch auf den beruflichen Background. KI ist kein reines Technologie-Thema. Es wird so viele Bereiche des Lebens beeinflussen. So ist zum Beispiel die Präsidentin von Anthropic Daniela Amodei Literaturwissenschaftlerin. Und für sie sind nicht Tech Skills ausschlaggebend, sondern ob die Bewerberinnen und Bewerben gut kommunizieren können, mitfühlend und neugierig sind. Sie ist überzeugt, dass Geisteswissenschaften im KI-Kontext wichtiger werden.
Welche Mythen oder Missverständnisse rund um KI begegnen dir besonders häufig – gerade bei Kolleginnen?
Mir sind schon einige Kolleginnen begegnet, die glauben, dass sie zu „dumm“ für KI sind. Das ist ein Missverständnis, das ich unbedingt entkräftigen möchte. Man muss nicht bis ins letzte Detail genau verstehen, wie die Mathematik hinter generativer KI funktioniert. Und alles andere kann jeder lernen. Niemand ist dafür zu dumm.
Ich würde gerne Frauen motivieren, sich mit KI zu beschäftigen. Besonders die, die in Berufen arbeiten, die potentiell von KI und Automatisierung ersetzt werden können. Es heißt ja: „AI won’t take your job. A person using AI will.“ Und da hilft nur die Flucht nach vorne.
Katharina Borgerding, KI Transition Managerin (TK)
KI bei der TK: Wie wir Künstliche Intelligenz im Arbeitsalltag einsetzen
Bei der Techniker Krankenkasse setzen wir Künstliche Intelligenz ganz bewusst dort ein, wo sie unseren Mitarbeitenden und Versicherten echten Mehrwert bietet.
Für uns ist KI kein reines IT-Thema, sondern ein Kultur- und Lernprojekt. Deshalb kombinieren wir technische Lösungen mit umfangreichen Weiterbildungsangeboten im TK-Campus und einem Netzwerk aus KI-Guides in allen Geschäftsbereichen. So wollen wir sicherstellen, dass Kolleg:innen – unabhängig von Geschlecht, Rolle oder Vorkenntnissen – die Chance bekommen, KI im eigenen Arbeitsbereich auszuprobieren und souverän zu nutzen.
Gerade mit Blick auf den Gender Digital Divide ist es uns wichtig, dass Frauen in der TK die Entwicklungen rund um KI aktiv mitgestalten. Wir möchten nicht, dass KI „über“ Mitarbeitende hinweg eingeführt wird, sondern „mit“ ihnen – divers, interdisziplinär und auf Augenhöhe.
Welche Maßnahmen gibt es bei der TK bereits, um möglichst viele Kolleg:innen – unabhängig von Geschlecht und Rolle – an KI heranzuführen?
Es gibt wirklich sehr viele Lernangebote im TK-Campus, außerdem auch Webinare mit Experten der Uni Hamburg. Da ist für jedes Wissenslevel etwas dabei. Außerdem habe ich schon so viele extrem hilfsbereite Kolleginnen und Kollegen getroffen, die bereitwillig ihr Wissen teilen und Fragen beantworten.
Was würdest du einer Kollegin sagen, die denkt: „KI ist spannend, aber ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll“
Halte dich nicht zu lang mit Zögern auf! Schau dich im TK-Campus um oder sprich deinen KI-Guide an. Die gibt es in jedem Geschäftsbereich und deren Aufgabe ist es, als Lotsen und Lernbegleitende dich an die Hand zu nehmen.
Wer aktiv und eigenmotiviert etwas über KI lernen möchte, wird in der TK eigentlich überall auf offene Türen stoßen.
Katharina Borgerding, KI Transition Managerin (TK)
Danke dir, Katharina, für deine Einblicke!
Dein Weg zeigt, dass man keine klassische Tech-Karriere braucht, um bei KI mitzudenken – Neugier, Mut und Lust auf Lernen reichen.
Bei der TK möchten wir genau diese Haltung stärken: KI soll nicht nur ein Thema für Spezialist:innen sein, sondern für alle Kolleg:innen, die unsere Arbeitswelt von morgen mitgestalten wollen.
Arbeiten bei der TK: Lust, KI mitzugestalten?
Bei der Techniker Krankenkasse arbeiten interdisziplinäre Teams daran, KI verantwortungsvoll in den Arbeitsalltag zu integrieren – von der Kundenkommunikation bis zu internen Prozessen.
Mehr zu uns als Arbeitgeberin und aktuellen Einstiegsmöglichkeiten findest du auf unserer TK-Karriereseite.